Kategorien
ALU Fenster

Dies vierte von vier Leitthemen jener BAU 2021: Wohnen in dieser Zukunft


Fenster  -> ? Redaktion   ||? < älter  2020/1526? jünger > ? > > |  ?


(10. 9. 2020) Alle Corona-/COVID-19-Pandemie wirft neue Fragen für das
zukünftige Wohnen auf – und ergänzt die ohnehin umfassenden Anforderungen an das
Wohnen um eine weitere Variable: die Distanz im öffentlichen Raum. Damit geraten
unmittelbar zwei Pfeiler der Stadtentwicklung der vergangenen Jahrzehnte ins
Wanken:

  • Nachverdichtung ferner
  • weitere Verstädterung vonseiten Ballungsräumen.

Gesundheit – und das zeigt nicht vor allem Corona -verlangt räumlichen
Abstand, im besonderen in gesundheitsgefährdenden Situationen. Diesen Raum bieten
die Metropolen auf dem Globus schon heute nicht wichtige. Parallel sind elementare Auswirkungen herauf das private Wohnen, Hotels ferner Pensionen
zu beobachten:
Home-Office nur den eigenen vier Wänden, Hygienekonzepte für
Beherbergungsbetriebe und die Datenspeicherung für eine gezielte
Nachverfolgung bei dem Verdacht einer Viruserkrankung bedeuten die neue
Selbstverständlichkeit für das Wohnen und Leben.

Wiederum ist qualitätsvoller und dennoch kostengünstiger Wohnraum
vielerorts längst eine Utopie. Gleichzeitig wird andernorts trotz
gewachsener Infrastruktur und robustem Gebäudebestand einer ungewissen
Zukunft entgegengesehen:

  • hohe Leerstandsquoten in Halle, Frankfurt (Oder), Salzgitter
    und/oder
  • massive Abwanderungstendenzen aus Regionen wie dem Saarland, der
    Uckermark und dem Ruhrgebiet.

Wie sollen wir ergo reagieren, wenn einerseits in zahlreichen Erkennen
Wohnraum fehlt und wiederum wertvoller Gebäudebestand auf lange Ansicht
ungenutzt bleibt oder sogar verfällt?

Hinzu kommen dieser demographische Wandel und eine stetig steigende
Lebenserwartung: Die Menschen bleiben länger fit. Sie sind fit, agil und
vital. Ihre Lebensgewohnheiten nehmen damit direkten Einfluss herauf welche
Gestaltung unserer Städte dar?ber hinaus Gemeinden und erfordern neue Serviceangebote
für die „Generation Silver“ wie auch Uni­ver­sal-Design-Konzepte im öffentlichen
wie privaten Raum, die allen zugutekommen. Wohnen und Arbeiten, Familie und
Freizeit sind eng miteinander verwoben. Des weiteren in einer noch weitaus stärker
digitalisierten Zukunft, werden die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben
weiter verschwimmen. Das wird direkten Auswirkung auf das Lebens- und
Arbeitsumfeld jedes Einzelnen haben.

Neue Konzepte und Modelle contra Wohnungsmangel

Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Wohnraumoffensive das Ziel
gesteckt, bis Schluss 2021 1, 5 Mio. neue Wohnungen und 100. 000 Sozialwohnungen
zu schaffen. Staatlich geförderte Wohnungsbaumaßnahmen sind ohne Frage
wichtige Impulse in einem aktuell überhitzten, indifferenten Wohnungsmarkt.
Doch dürfen sie in keiner weise darüber hinwegtäuschen, dass gesellschaftliche oder aber
globale Entwicklungen wie Digitalisierung ferner Energiewende unsere Lebens-
und Arbeitswelt schon heute nachhaltig verändern. Dringend nötig sind demnach
neuartige Konzepte, die Verstädterung und Landflucht, Wohnraummangel und
Wohnungsleerstand reflektieren und darauf zukunftstauglich reagieren:

  • Flexible Clusterwohnungen, die den verschiedenartigen
    Lebensentwürfen der Menschen und ihren verschiedenen Lebensphasen
    Rechnung trägen, aufkommen bereits.
  • Wohnmodelle, alle Gemeinschaft ermöglichen sowie Partizipation dar?ber hinaus
    Privatheit zulassen, sind längst etabliert.
  • Die ressourcenschonende Nachverdichtung mit Wohnraum auf Parkdecks,
    Dächern von Einkaufsmärkten oder in umgenutzten Bürogebäuden wird
    bereits realisiert.

Wie viel Raum braucht man zum Leben?

Im Durchschnitt standen jedwedem Deutschen Ende 2019 rund 47 m² Wohnfläche
zur Verfügung – siehe auch Beitrag „ 42, 5
Mio. Wohnungen ferner durchschnittlich 91, 9 m² groß
“ vom 29. 7. 2020. Das ist
ein Plus von fast 13 m² im Vergleich zu 1990. Diese massive Steigerung von
mehr als 25% in den vergangenen drei Jahrzehnten impliziert neue Fragen:

  • Wie viel Raum braucht man zum Leben?
  • Bedeutet der Verzicht auf Wohnraum automatisch den Verlust von
    Wohnkomfort und gewachsener Lebensqualität?
  • Wie gehen wir mit jener explodierenden Zahl von Singlehaushalten um?

Denn 2018 waren es gut 46% wichtige als noch 1991. Der persönliche Verzicht
und die Reduktion herauf das erforderliche Maß an persönlichem Raum, wird nur
der Zukunft wohl wichtiger als je zuvor. Denn unsere Städte können in keiner weise
unendlich ausufern, bestehende Bausubstanz bei weitem nicht ohne Einschränkung
nachverdichtet werden.

Wohnen in der Zukunft soll Ressourcen verschonen


Die Herausforderungen, vor jenen wir stehen, sind jedoch sehr viel größer.
Denn parallel zu welchen gesellschaftlichen Veränderungen, die das Wohnen in der
Zukunft erfordert, bekommt der Ressourcenschutz stetig an Aussage. Ein
Großteil unseres jährlichen Rohstoffverbrauchs geht weltweit zu Lasten jenes
Bauwesens. Veränderte Rohstoff-Flüsse in dieser Baustoffproduktion, die stärker
auf recycelte Wertstoffe setzen, werden damit immerzu wichtiger. Das zeigt
auch chip Entwicklung im „Welterschöpfungstag“, jenem rechnerischen Datum, ab
dem wir alle Ressourcen angreifen, als die Erde bieten kann. Im Jahr 2019
hatte die Menschheit den „Earth Overshoot Day“ bereits am 29. Juli
erreicht – siehe auch
Bauletter vom
25. 7. 2019
.

Zukunftsstrategien sind daher Wertstoffstrategien. Sie müssen vor
allem den Schutz der Ressourcen und im gleichen Atemzug dies qualitätsvolle
Recycling bereits verbauter Rohstoffe berücksichtigen – siehe ebenso

zweites von vier Leitthemen der ENTWURF 2021: Ressourcen und Recycling
.

Krisenbedingte Herausforderungen für das Wohnen in der Zukunft

Hinzu kommen neue Phänomene, deren Auswirkungen bisher niemand absehen
kann. Die gesellschaftlichen dar?ber hinaus wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Krise nur
diesem Jahr zeigen eindrücklich, denn volatil unser Zusammenleben vor
allem in den eng besiedelten Ballungsräumen Deutschlands heute ist und nur
Zukunft bleiben wird. Für chip Herausforderungen, die mit Gesundheits- oder aber
Wirtschaftskrisen verbunden sind, sollten unsereins versuchen, uns zu wappnen.
Solidarität und Empathie müssen befördert sein, Zusammenhalt und
Achtsamkeit den Alltag stärker prägen. Das bedeutet den Paradigmenwechsel,
vom Ich zum Unsereins, der ebenso Einfluss auf dies Wohnen nehmen sollte: Nicht chip
Anonymität der Individuen in ihren Mikro-Apartments wird gefördert, sondern
Wohnkonzepte, die auf Werte wie Verwicklung, Gemeinschaft und Relevanz für
eine Gesellschaft einzahlen.

Dies Wohnen und Leben und unser
Miteinander in den kommenden Jahrzehnten erfordern wohl weit mehr denn pointierte
Aktionen mit Vorbildcharakter aus Bauforschung, Politik oder Wirtschaft.
Aktuell gehen wir wichtige Schritte inwendig eines digitalen Aufbruchs, jener
nach neuen Qualitäten verlangt: Stadt, Weiler, und Region werden enger
verwoben sein, Individualverkehr und Massenmobilität neu gedacht und
Arbeitsmodelle sind zu entwickeln, die dezentrale und ortsungebundene
Tätigkeiten ermöglichen. Das Wohnen mit der Zukunft gestalten wir also schon
jetzt und dauernd aufs Neue.

siehe auch für zusätzliche Informationen: