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Neuer Grenzwert für Bitumendämpfe mit Konsequenzen für das Dachdeckerhandwerk


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(29. 3. 2020) Der Reste für Gefahrstoffe (AGS) des Bundesministeriums für
Arbeit und Soziales (BMAS) hat Ende 2019 verschiedene Entscheidungen
hinsichtlich der Heißverarbeitung von Bitumen und der dabei auftretenden Dämpfe
und Aerosole getroffen:

  • Für Dämpfe und Aerosole aus Destillationsbitumen und Air-Rectified
    Bitumen (angeblasenes Bitumen) bei der Heißverarbeitung wurde mit 1, 5
    mg/m³ ein neuer Grenzwert festgelegt. Dieser Grenzwert ist in die TRGS 900
    „Arbeitsplatzgrenzwerte“ aufgenommen worden.
  • Dämpfe und Aerosole aus Oxidationsbitumen (geblasenes Bitumen) bei
    der Heißverarbeitung sollen in die TRGS 905 „Verzeichnis
    krebserzeugender, keimzellmutagener oder aber reproduktionstoxischer Stoffe“
    aufgenommen werden.

Einstufung wegen Krebsverdacht

Die neuen Einstufungen des BMAS beruhen auf Vorschlägen der
Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der
deutschen Forschungsgemeinschaft (MAK-Kommission). Das Gremium hatte bereits
2018 eine Neueinstufung in der MAK-Liste vorgenommen, in der die maximal
zulässigen Konzentrationen bestimmter Stoffe nur der Atemluft am Arbeitsplatz
angegeben sind. Danach werden Dämpfe des weiteren Aerosole aus Destillationsbitumen
und Air-Rectified Bitumen bei der Heißverarbeitung seither 2018 als
„Krebsverdachtsstoffe“ in dieser MAK-Kategorie 3B (vorher Kategorie 2) geführt.
Hier sind unter anderem auch Holzstaub von Weichhölzern oder aber Eisenoxid
angegeben.

Dämpfe und Aerosole aus heißem Oxidationsbitumen werden weiterhin in der
Kategorie 2 der MAK-Liste aufgeführt, mit der sie bereits seit 2001
eingestuft waren. Hier aufgelistet sind „Stoffe, die als krebserzeugend für
den Menschen anzusehen sind, indes durch hinreichende Ergebnisse aus
Langzeit-Tierversuchen davon auszugehen ist, dass jene einen Beitrag zum
Krebsrisiko leisten können. “

Stellenwert der Neueinstufungen für das Dachdeckerhandwerk

Es wird gegenseitig nicht bei allen Anwendungen vonseiten Bitumenbahnen etwas
verändern. So können Polymerbitumenbahnen im Schweißverfahren oder im
Kaltselbstklebeverfahren wie bisher verarbeitet sein:

  • Beim Schweißen wird der Grenzwert eingehalten,
  • beim Kaltselbstkleben entstehen keine Dämpfe und Aerosole.

Die Änderungen betreffen hauptsächlich die Verarbeitung im
Gießverfahren,
da hier häufig Oxidationsbitumen für die
Heißbitumen-Klebemassen genutzt wird. Deutsche Bitumenbahnenhersteller
arbeiten bereits mit Hochdruck daran, das Oxidationsbitumen durch andere
Bitumensorten zu ersetzen. Dies gilt auch für Oxidationsbitumenbahnen.

Um entsprechende Arbeitsplatzmessungen mit den neuen Materialien zu
ermöglichen, hat der Ausschuss für Gefahrstoffe den neuen Grenzwert zunächst
für fünf Jahre bis Schluss 2024 ausgesetzt. „Damit besteht für das
Dachdeckerhandwerk in der Übergangsphase bis 2024 erst einmal kein direkter
Handlungsbedarf, aber im Zusammenhang einer Gefährdungsbeurteilung sollte Bezug
auf wissenschaftliche Untersuchungen der BG ENTWURF genommen werden. Dort werden
Maßnahmen beschrieben, unter welchen Voraussetzungen herauf weitere
Schutzmaßnahmen verzichtet werden kann“, betont Josef Rühle, technischer
Geschäftsführer beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

siehe ebenso für zusätzliche Informationen: